HHU-Alumni: Germanistik

TV – Journalismus: Gibt es eine Steigerung von glücklich?

Von Malika Fachrou

Germanistik studieren und hoffen, dass man am Ende seines Studiums nicht bei der Arbeitsagentur eine Nummer ziehen muss – Sounya Siahi (36) hat es (trotz Germanistik-Studium) geschafft, beruflich erfolgreich zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Für Sounya war recht früh klar, sie will in den Journalismus, und dafür hat sie rechtzeitig angefangen, ihren Traum nicht nur Traum bleiben zu lassen. Auf Magister hat sie Politikwissenschaften, Germanistik und Medienwissenschaften studiert. Anders als bei einem Medizin- oder Jurastudium müssen sich Geisteswissenschaftler ihr Berufsbild mehr oder weniger selber kreieren, gute Noten reichen da noch lange nicht. Deshalb hat Sounya schon nach dem Abitur angefangen, erste Erfahrungen bei der Neusser Zeitung zu sammeln. „Der beste Rat meines Lebens kam von Prof. Allemann, der uns immer wieder einbleute: Schmeißt euch auf den Arbeitsmarkt.“ Und das tat Sounya. Neben zahlreichen Praktika hat sie schon während des Studiums beim ZDF gearbeitet. Dies war die Pforte, die ihr den Weg zum WDR öffnete. Ihr Studium hat sie 2003 beendet, 2004 war die Zeugnisvergabe und seit 2005 ist sie hauptberuflich im TV- Journalismus.

„Für diesen Beruf muss man brennen…“

Nach der Frage, was ein guter Journalist mitbringen muss, erwidert Sounya ohne großes Zögern: „Passion. Die schwierigen Arbeitszeiten und der Zeitdruck lassen sich nur überstehen, wenn man diesen Beruf aus Leidenschaft macht. Das ist ein Beruf, für den man brennen muss, um ihn gut zu machen.“ Was jedoch jeder angehende Journalist mitbringen muss, ist eine große Portion an Teamfähigkeit. Viel wird im Plenum gearbeitet und der eine hilft dem anderen, wo er kann, schließlich wollen alle eine gute Sendung machen – das geht nur, wenn man kooperativ ist.
Auf die Frage, wie sie sich selbst rückblickend betrachtet und welchen Rat sie sich nochmal geben würde, sagt sie nach kurzem Zögern: „Wenn ich mir einen Rat geben würde, wäre er: Sei die beste Version von dir selbst.“ Sich zu verstellen oder für eigene Charaktereigenschaften zu schämen, bringt niemanden weiter im Leben – und glücklich wird man erst recht nicht. „Schließlich bin ich durch meine persönlichen Kompetenzen, die mich von anderen abgehoben haben, an meinen Traumberuf gekommen.“ Der Schlüsselsatz kam von einer ehemaligen ZDF Redakteurin: „Sounya, solche Leute wie dich brauchen wir.“

„Gibt es eine Steigerung von Glück…?“

Seit über 14 Jahren ist sie nun beim WDR. Gefragt, ob ihr nicht langsam die Decke auf den Kopf falle und sie über eine berufliche Umorientierung nachdenke, schüttelt sie nur lachend den Kopf. „Dieser Beruf ist so vielseitig. Routine ist das einzige, an was es hier fehlt.“ Unter Sounyas Aufgabenfeld fallen zum einen die Recherche und die eigene Produktion von Beiträgen, als auch die mediale Betreuung. Die Arbeit beim WDR hat sie in vielerlei Hinsichten geprägt, da dieser facettenreiche Beruf es ihr ermöglicht, mit ihren Aufgaben zu wachsen und tagtäglich ihren Horizont durch die Begegnung mit neuen Menschen zu erweitern. Bei der Frage, welche Zukunftsperspektive sie für ihren weiteren Werdegang sähe, konnte sie ein leichtes Schmunzeln nicht unterdrücken: „Ich bin so glücklich… gibt es denn eine Steigerung von Glück?“ Was sie sich dennoch für ihre weiteren Jahre im TV-Journalismus wünscht: für ihren Beruf weiterhin dasselbe Feuer zu haben und ihn mit derselben Leidenschaft ausüben zu können.
Wir wünschen ihr, auf ihrer weiteren Reise eine unendliche Affinität zum Journalismus, die sie als Brennholz ihrer guten Arbeit auflodern lässt.