Filmkritik: „Interstellar“

Jubel und Trubel in der fünften Dimension

Von Malika Fachrou

In der letzten Ausgabe berichteten wir euch über das Metropolkino Düsseldorf – für diese Ausgabe haben wir es selbst getestet. „Interstellar“ von Christopher Nolan stand auf dem Programm.

Regisseur Christopher Nolan hat bereits durch seine erfolgreiche „The Dark Knight“-Reihe viele Sympathiepunkte unter den Filmliebhabern gesammelt. Voller Spannung wurde nun sein neuer Film „Interstellar“ erwartet, der am 6. November auch in den deutschen Kinowänden seinen Platz fand. Durch Starbesetzung mit Matthew McConaughey wurde die Mundpropaganda für den Film nochmal angefeuert. Ob Nolan seine Titel auch in dieser Runde verteidigen kann oder die hohen Erwartungen nur durch die Starbesetzung erfüllt werden, haben wir für euch herausgefunden.

Eine Erde, die sich dem Ende neigt und Wissenschaftler, die versuchen die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Das ist die Grundthematik des Films. Cooper (Matthew McConaughey) ist Familienvater und begibt sich für die Menschheit auf Forschungsreise ins Weltall. Die Erde wird in wenigen Jahren nicht mehr bewohnbar sein und in der Hoffnung, eine zweite Erde zu finden, auf der menschliches Leben weiter fortgeführt werden kann, begibt sich das Team der NASA auf Reisen. Coopers Tochter Murphy (Jessica Chastain /Mackenzie Foy) schließt sich in der Abwesenheit ihres Vaters der NASA an und forscht auf der Erde nach einer möglichen Lösung.

Vorsicht Spoiler!

Hallelujah – Ein Hoch auf die Physik! Durch eine bahnbrechende physikalische Entdeckung, schafft es die Menschheit, weiterhin zu existieren und das in der fünften Dimension. Der Film mündet in einem tragischen Happy End: Cooper trifft auf die heroische Schlüsselfigur seiner in die Jahre gekommenen Tochter. Durch die Raum-Zeit-Verschiebung ist er jung wie eh und je, sie jedoch eine kurz vor dem Abdanken stehende, ältere Dame.

Fazit:

Ein Blick auf die Filmbeschreibung schreckt erstmal ab: 169 Minuten lang dauert der Spaß, gut drei Stunden. Wie Einstein so schön Relativität versuchte, zu erklären „Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.“ Wenn der Film nun einem Beisammen mit weiblicher Gesellschaft geglichen hätte, wäre dies kein Problemfaktor. Nur gab es Intervalle während des Films, in denen man sich eingeschlossen in Großmutters Ofen fühlte – in der Hoffnung, man könne doch endlich gehen. Doch hat der Film die Balance zwischen Realitätsnähe und Science Fiction gut getroffen, sodass der Zuschauer sich in die Geschichte leicht hinein versetzen konnte. Dass der Film ein Happy End hat (Betonung liegt nach fast drei Stunden auf End), war für alle Zuschauer erfreulich, nur wäre es ganz schön gewesen, wenn man auch verstanden hätte, wieso die Menschheit plötzlich in der fünften Dimension angelangt ist. Von der Geschichte des Films lässt sich zumindest eins sicher sagen: dieser Film wird unter dem Thema Dystopie neben 1984 von George Orwell auf dem zukünftigen Abiturlehrplan nicht fehlen.

Unsere Empfehlung:

Das Ambiente im Metropol mit dem Charme eines klassischen Kinos hat die Vorführung des Films recht angenehm gestaltet. Im O-Ton mit deutschem Untertitel ist der Film auch verständlich für Studierende, die nicht gerade ein Semester im Ausland studiert haben. Popcorn für 2,50 Euro lässt den Geldbeutel wieder aufatmen und der ruhige Kinosaal ohne Störfaktor Teenie-Gequängel gibt dem Besucher ein gar heimisches Gefühl.

Interstaller im Metropol: auf jeden Fall empfehlenswert!