De Zoch kütt! Karneval in Düsseldorf

Von Alina Konietzka

Kaum eine Stadt liebt den Karneval so sehr wie Düsseldorf. Aber wissen die meisten überhaupt, seit wann hier was gefeiert wird und wieso?! Hier die Fakten zum alljährlichen Fest der Feste.

Stamp_Germany_2000_MiNr2099_KarnevalWenn sich am Rosenmontag der Karnevalszug ab 12:30 Uhr durch Düsseldorf schlängelt, wird er um die 70 Wagen und 30 Kapellen groß sein und rund 800.000 jubelnde Jecken rundherum am Rand und in der Altstadt mit Kamelle (fast 40 Tonnen Bonbons) überschütten. Diese Zahlen muss man sich einmal vor Augen halten… Es dauert vier bis fünf Stunden, bis der Umzug fertig ist. Ein unglaublicher Hype, Jahr für Jahr.

Wieso feiern wir Karneval überhaupt?

Die Geschichte des Karnevals ist ein undurchsichtig verwobenes Netz mit nicht klar zurückverfolgbaren Ursprüngen. Man nimmt an, dass die Karnevalsfeier, wie wir sie heute kennen, mit dem Christentum zusammenhängt – denn sie läutet mit ihrem Ende am Aschermittwoch den Beginn der Fastenzeit vor Ostern ein. Bevor gefastet wird, wird ausgelassen gefeiert. Das Wort „Karneval“ selbst kann man zurückführen auf das Lateinische „carne vale“, was man übersetzen kann mit „Fleisch, lebe wohl“.

Seit wann feiert man Karneval in Düsseldorf?

Bereits in der Antike gab es Feste, die mit Kostümierung, hohem Alkoholkonsum und Umzügen durch die Städte gefeiert wurden. Von den Römern wurden sie mit ins Rheinland gebracht. Zu ersten karnevalistischen Festen im Düsseldorfer Schloss (von dem heute nur noch der Schlossturm am Rheinufer steht) berichten Schriften von 1360. Über die Jahrhunderte fanden die Karnevalsfeiern auch ihren Platz im niederen Volk – deutlich lauter und pöbelnder als beim feinen Adel. So kam es, dass König Maximilian I. Im Jahr 1806 verordnete, ein jeder habe eine Polizeikarte zu erwerben, um sich in der Öffentlichkeit verkleidet aufhalten zu dürfen. 1823 formte sich das erste Karnevals-Komitee in Düsseldorf, das die Feierlichkeiten geordneter organisierte, 1825 feierte man in der Stadt Straßenkarneval. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. ließ 1834 „Carnevals Lustbarkeiten“ allgemein verbieten – außer für die Städte der Rheinprovinz, da diese schon immer an den Feierlichkeiten festgehalten hatten. In jenem Jahr, 1834, wurde in Düsseldorf der erste offizielle Karnevalszug durchgeführt.

Wieso schreien alle Helau?!

„Helau“ ist der Narrenruf der Düsseldorfer und ist BLOß NICHT zu verwechseln mit dem Kölner „Alaaf“. Man ist sich nicht einig darüber, woher „Helau“ kommt – die Einen sagen, es entstammt einem Hirtenruf, Andere meinen, es kommt vom christlichen „Halleluja“. Es gibt auch Theorien, die besagen, „Helau“ komme von „Hölle auf“, da der Karneval böse Geister vertreiben würde. Wieder andere glauben, das Wort käme von „hell auf“, im Sinne von aufgeweckt sein. Oder kommt es doch schlicht vom Begrüßungswort Hallo? Man weiß es nicht.

Wie kommt man möglichst unbeschadet da durch…?

Tja. Erst einmal sucht man sich am besten eine Truppe von Freunden, verkleidet sich anständig und sorgt für eine Grundration alkoholischer Getränke. Dann sucht man die Altstadt auf, doch rechnet nicht damit, einen Platz in den völlig übervölkerten Kneipen zu finden. Keine Angst, wenn das Wetter stimmt, macht Karneval auf der Straßen mehr Spaß als in den Läden, in denen man eh kaum Luft bekommt. Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind ebenso wenig zu empfehlen, wie mit dem Auto zu fahren. Egal, was man vorhat – man wird besoffenen Jecken begegnen, womöglich stößt man auf abgesperrte Straßen und auch auf sich selbst sollte man gut Acht geben. An Weiberfastnacht wurden bis 18 Uhr schon 289 karnevalsbedingte Sanitäreinsätze gezählt — 276 davon wegen zu viel Alkohol.

Also passt auf Euch und Eure Umgebung auf, bewegt Euch am besten in einer Gruppe mit friedliebenden Menschen. Und ansonsten hilft es immer, „Helau“ zu rufen. 🙂