Erfahrungsbericht: Nacht der Museen 2015

Die Nacht der Museen Düsseldorf 2015 lockte mit 35 Museen und Galerien in einer Samstag Nacht von 19 – 2 Uhr. 23.000 Besucher konnte das Ereignis verzeichnen. Auch wir haben uns auf Entdeckungstour begeben.

medienhaf

Immer eine Führung wert… der Medienhafen

Bereits zum 15. Mal öffneten die Düsseldorfer Museen ihre Pforten über Nacht. Da uns die Veranstaltung von allerlei Menschen begeistert empfohlen wurde, haben wir uns die Karten bereits im Vorverkauf besorgt – das war es allerdings an Vorbereitung auf den Abend. Bei so vielen Angeboten, die so nah beieinander liegen, glaubten wir, uns einfach treiben lassen zu können…
Mit einem der drei Shuttlebusse, die alle Attraktionen miteinander verbanden, begaben wir uns als erstes zum Medienhafen. Dort fanden alle 30 Minuten Führungen zu den dortigen Bauwerken statt und wir wollten die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages dafür nutzen. Wie wir nach Ankunft beim Haus der Architekten feststellten, sind auf diese Idee auch andere gekommen. Gefühlt 21.843 Menschen drängten sich vor einer kleinen Türe, über der ein Zettel mit der Aufschrift „Führungen hier“ hing. Ungefähr 50 davon wurden pro Führungen mitgenommen. Wir warteten einen Schwall ab… Noch einen zweiten… Und dann kam es uns, angesichts der übrig gebliebenen 21.743 Besucher, vor wie Zeitverschwendung.

Frustriert verließen wir diese Station und liefen zur UCI Kinowelt. Dort wurde die Kurzfilmrolle „Shit Happens Reloaded“ in Dauerschleife gezeigt. Die Filme mit vielversprechenden Namen wie „Staplerfahrer Klaus“ lockten mit schwarzem Humor in Popcorn-Atmosphäre. Wer sich hier nicht um Punkt 19 Uhr um einen Sitzplatz bemühte, wurde von dieser Schlange empfangen:

ndm

Hinein kam man nur, wenn vorher Leute den Saal verließen. Auch hier entschieden wir uns dafür, nicht die halbe Nacht mit Anstehen verbringen zu wollen. Die Nacht drohte früh zu einem Reinfall zu werden.

Um die Ecke befand sich das KAI 10, eine Institution zur Förderung zeitgenössischer Kunst. Tatsächlich gab es hier keine Schlange – also hinein! Die Ausstellung „Broken Spaces“ zeigte Installationen und Werke verschiedener Künstler, die sich mit Raum und Flächen beschäftigen. Neben großen aus den Wänden Ragenden Skulpturen, hingen auch eingerahmte Plastikfolien an den Wänden. Zwischendrin lieferten drei Damen eine Performance, die auf den ersten Blick nach meditativen Dehnübungen aussah. Interessant.

Per Shuttlebus wollten wir nun zu einem der Hauptmagneten dieser Nacht fahren, dem Museum Kunstpalast. Dort hätte uns eine Ausstellung „4 REAL & TRUE 2. Wim Wenders. Landschaften. Photographien.“ erwartet, wären wir nicht in einen Bus gestiegen, der am Hauptbahnhof endete. Wie wir später erfuhren, wären allerdings auch dort die Schlangen niederschmetternd lang gewesen. Stattdessen besuchten wir nun die „Big in Bilk – Brause“ des Kunstvereins Metzgerei Schnitzel. Allein der Name rechtfertigte jeden Besuch. Der kleine Raum in einer umgebauten Tankstelle, der zu einem Hot Spot der Düsseldorfer Subkultur geworden ist, war, Wunder über Wunder …völlig überlaufen. Bereits davor stand eine beträchtliche Traube Bier trinkender Menschen, durch die man sich quetschte, um sich im Gebäude einmal um sich selbst drehen zu können, während man versuchte, die Fotos von FotoShiko zu sehen. Hm.
Wir wählten nun den Weg in die Altstadt. Dort besuchten wir das Maxhaus, das Zentrum der katholischen Kirche Düsseldorf, und sahen uns Fotos zum Thema Sakrale Räume an. Highlight wäre ein Gospel-Konzert im hübschen Innenhof des Hauses gewesen. Den haben wir verpasst.

Unweit vom Maxhaus fanden wir das Filmmuseum. Über drei Etagen erstreckte sich ein Ausflug in die Geschichte des Films. Möglicherweise der mittlerweile fortgeschrittenen Uhrzeit geschuldet, war es hier nicht überfüllt, sondern angenehm zu durchschreiten. Es war nahezu entspannend. Tatsächlich würden wir dieses Museum auch mal für einen freien Nachmittag empfehlen.

Zu guter Letzt besuchten wir das Haus des Karnevals nahe dem Rathaus. Wer den Düsseldorfer Karneval mag, wird sicherlich Spaß haben an der Sammlung, die sowohl Programmhefte aus dem 19. Jahrhundert als auch Bilder der Prinzenpaare und verschiedener Wagen umfasst.

Mittlerweile war es 1:00 Uhr und unsere Füße waren platt. Nach einem Absacker im Uerige beendeten wir die Nacht der Museen mit dem Fazit: Viel zu sehen und viel zu viel. Unser Tipp für kommende Jahre: Man kann sich treiben lassen, ja – allerdings sind gerade die Highlights mit Sicherheit völlig überlaufen. Das Frustrationsrisiko lässt sich erheblich minimieren, wenn man sich vorher einen Plan macht. Nichtsdestotrotz: die Nacht der Museen ist eine prima Gelegenheit, sich unterschiedlichste Formen der Kunst in geballter Form zu Gemüte zu führen, wie man es sonst nie kann.