Die Pfotenbar: Katzen würden Mäuse kaufen

von Katharina Schlimper

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Im Jahr 2014 lebten in deutschen Haushalten 18,6 Millionen Hunde und Katzen. Alle Halter wollen nur das Beste für ihren vierbeinigen Liebling – aber wer macht sich Gedanken zur artgerechten Fütterung?

Wer in der “Pfotenbar“ an der Fichtenstraße 36 in Flingern, direkt neben dem zakk, nach den bekannten Dosenfuttermarken sucht, wird hier nicht fündig werden. Denn dieser Laden in Flingern ist etwas ganz besonderes: Hier gibt es ausschließlich qualitativ hochwertiges Futter sowie Barf für Hunde, Katzen und alle anderen fleischfressenden Haustiere.

Barf – was ist das denn? Mit der Zeit hat sich der Bergriff „Biologisch artgerechte Rohfleisch-Fütterung“ durchgesetzt. Im Grunde orientiert man sich daran, was ein Wolf oder eine Wildkatze fressen würden und „baut“ dem Vierbeiner ein Beutetier zusammen. Dies geht auf die unterschiedlichste Art und Weise, aber hier in der Pfotenbar laufen die Fäden zusammen – nicht nur, dass man hier alles bekommt, was man für eine artgerechte Fütterung benötigt, die persönlich und kompetente Beratung ist hier das A und O. Tipps zur Umstellung auf rohes Fleisch, Ratschläge zur Fütterung bei kranken Vierbeinern – „Hier gibt es das Rundum-Sorglos-Paket für Dich und Deine Tiere“, so Gabriele Tischler, Gründerin und Inhaberin der Pfotenbar. „Ich bin eine Anlaufstelle für alle, denen die Gesundheit ihrer Hunde und Katzen am Herzen liegt, auch wenn sie vielleicht gar nichts darüber wissen. Das ist mir wichtig.“ Dies und die enge Zusammenarbeit mit Düsseldorfer Tierärzten zeichnen die Pfotenbar aus, die sich vor allem auf Katzen und Hunde spezialisiert.

„Alle angebotenen Artikel haben gewisse Mindest-Standards.“ Die Lieferanten kennt sie persönlich, die angebotene Ware ist zum Teil sogar in Bio-Qualität. Alles ist frei von künstlichen Zusatzstoffen. Ein Reformhaus für Tiere, sozusagen. Beim Eintreten in den Laden sind die großen Gefriertruhen nicht zu übersehen. Diese enthalten neben den „Zutaten“, die man für selbstgemachtes Barf benötigt, auch fertige Mischungen für Hunde und Katzen. „Die Mischungen für die Katzen werden nach meinem eigens zusammengestellten Rezept produziert und sind sehr beliebt.“ Gabriele Tischler barft seit 16 Jahren selber, verkauft wird nur, was sie selber füttern würde und von Kater Gustav und den Hunden Festus und Rita bei der Qualitätskontrolle abgesegnet wird. So geht Trockenfutter für Katzen nur getreidefrei über die Theke, während das Nassfutter einen Fleischanteil von mindestens 70% sowie eine eindeutige Inhaltsdeklaration hat. „Ich möchte weg von dem Absolutismus, Barf sei das einzig Wahre. Meine Kunden sollen mit gutem Gewissen nach Hause gehen, egal, was sie füttern.“ Die Hauptsache ist, dass das Tier gesund und ausgewogen ernährt wird.

Hierfür bietet Gabriele Tischler sogar Seminare an. Es gibt sowohl reine Vorträge über die artgerechte Ernährung bei Hund und Katze als auch Workshops, bei denen zusammen mit den Teilnehmern vollwertige Mahlzeiten erstellt werden. Auch Erste-Hilfe-Kurse für das Tier können gebucht werden. Da es in Düsseldorf und Umgebung so ein Angebot nirgends gibt, sind diese auch immer zügig ausgebucht. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass Gabriele Tischler in Sachen „Barf für Katzen“ im Rheinland die einzige kompetente Anlaufstelle ist.

Dabei soll natürlich der Spaß nicht zu kurz kommen: Eine Menge Spielzeug, teilweise handgefertigt, wartet darauf, einen neuen Besitzer zu finden. Ebenso gibt es natürlich jedes Zubehör rund um Hund und Katze – angefangen bei Liegeplätzen bis hin Leinen und Halsbändern und Futternäpfen. „Vieles davon kann man sonst nur online kaufen.“ Aber gerade ein Geschirr sollte richtig und bequem sitzen, weshalb alle Stücke natürlich anprobiert werden dürfen.

Wer also seinem Liebling mal etwas richtig gutes tun möchte, sollte hier vorbeischauen oder einfach mal auf der Homepage stöbern: http://www.pfotenbar.de

Innenansicht der Pfotenbar

Innenansicht der Pfotenbar

Zum Thema: Barf

Was? – Barf ist ursprünglich ein Akronym für „Born-Again Raw Feeders“, im Laufe der Zeit hat sich jedoch im Gebrauch „Biologically appropriate raw food“, („Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“) durchgesetzt. Es bezeichnet die artgerechte Ernährungsweise von Hunden und Katzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Tier zu barfen. Zwischen dem barfen für Hunde und Katzen gibt es einige Unterschiede, so sind Katzen reine Fleischfresser, die zu viele pflanzliche Proteine nicht verwerten können.

Warum? – Die Futtermittelhersteller sind nicht dazu verpflichtet, die Inhaltsstoffe im Detail zu deklarieren, so wie es bei uns Menschen der Fall ist. Die Bezeichnung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, dahinter verbirgt sich, kurz gesagt, alles, womit man günstig das Futter strecken kann: Blase, Schweinekopf, Bauchspeicheldrüse, Gebärmutter, Hoden, Blut, verunreinigte Rinderfüße, Borsten, Klauen, Hörner, Federn, Schnäbel und Urin. Und das ist nur ein Auszug. Um diesen Müll nicht in seinen Liebling stopfen zu müssen, kann man auf Barf umsteigen. Es enthält nur natürliche Zutaten, keine Zusatzstoffe, und ist vor allem bei Allergien das beste Futter. Man kann es abwechslungsreich gestalten und weiß immer auf den Gramm genau, was drin ist.

Auswirkungen? – Diese sind nach einer erfolgreichen Umstellung nur positiv. Das Fell wird seidig und glänzt, das Tier ist aufgeweckter und weniger für Krankheiten anfällig. Durch Knochenfütterung, das natürliche Zähneputzen, kann der Zahnstein verringert werden. Chronische Erkrankungen können sehr gut umgangen werden. Gebarfte Tiere leiden weniger an Nierenkrankheiten.

Im industriell hergestellten Futter wird bei minderwertigen Marken viel zu viel Getreide verarbeitet. Dies ist eine weitere Möglichkeit, Futter auf günstigste Art und Weise zu strecken. Getreide kann eine Katze nicht verwerten. Ebenso braucht sie keinen Zucker oder gekochtes, gegartes,….Fleisch. Die Verdauung ist auf rohes Futter ausgelegt. Deshalb leiden viele Katzen an „Luxuskrankheiten“ – Fettleibigkeit, Nierenprobleme, Allergien, Schilddrüsenprobleme….all dies und viel mehr wird durch schlechtes Futter ausgelöst. Man sollte also immer stutzig werden, wenn ein Hersteller die Inhaltsstoffe nicht offen deklariert. Und: Ist euch schon einmal aufgefallen, dass dieses eine, große Unternehmen, zu dem die bekanntesten Marken gehören, immer mit „ausgewogenem und gesundem Futter“ werben, niemals aber mit dem Zusatz „artgerecht“? Warum wohl?