CampusKino an der HHU

Von Alina Konietzka

kino

Alle zwei Wochen verwandelt sich ein Hörsaal der HHU in einen Kinosaal. Neben Klassikern und Werken mit cineastischem Mehrwert werden auch aktuelle Filmhighlights gezeigt – alles kostenlos. Ob Die Feuerzangenbowle, Paradise Now, Taste the Waste oder Guardians of the Galaxy – hier kommt jeder auf seinen Geschmack. Organisiert wird dies von Referenten des Kulturreferats. Wir sprachen mit einem von ihnen: Florian, 26 Jahre, studiert Geschichte und Soziologie im Bachelor.

 

CD: Florian, seit wann bist du beim CampusKino und wie kam es dazu?

Florian: „Wir sind drei Leute: Yasmina, Kyriakos und ich. Ich bin seit November dabei. Wir haben jeweils über das Kulturreferat eine Referatsstelle. Ich persönlich habe mich schon immer für Filme interessiert und auch ein Praktikum hier im Filmmuseum Düsseldorf absolviert. Auch im Studium konzentriere ich mich auf Kinogeschichte. Früher habe ich selbst das CampusKino gerne besucht – als ich dann die Stellenausschreibung dafür sah, habe ich mich beworben.“

 

CD: Was ihr macht, sind ja quasi öffentliche Vorführungen. Woher habt ihr die Rechte an den Filmen?

Florian: „Über den AStA werden die Lizenzen bezogen. Diese gelten allerdings mit Einschränkung. Werbung können wir für unsere Veranstaltungen nur auf dem Campus und über eine geschlossene Facebook-Gruppe machen, in welcher nur Studierende und Mitarbeiter der HHU sind. Wie restriktiv das gehandhabt wird, hängt von den Filmen ab – kleinere Filmemacher zum Beispiel drücken da gern mal ein Auge zu. Das CampusKino ist frei und nicht kommerziell. Wir wollen den Studierenden Unterhaltung und eine Alternative bieten.“

 

CD: Vor eurer Vorführung von „Das Cabinet des Dr. Caligari“ habt ihr eine Rednerin eine Einführung geben lassen. Wie kommt ihr an solche Leute?

Florian: „In unserem Programm zeigen wir nicht immer einfache Filme, sondern haben ein geteiltes Programm. Wir versuchen immer mal wieder einen Termin mit einem Vortrag zum Film zu machen, um so näher an die Studierenden heranzutreten. Bei „Das Cabinet des Dr. Caligari“ kam das über einen Film-Workshop, den ich besucht habe. Dort hat eine Studentin einen Vortrag dazu gehalten und ich habe sie danach einfach angesprochen. So wollen wir auch Studierenden mit cineastischen Interessen eine Plattform bieten. Darüber hinaus versuchen wir in unsere Arbeit studentische Initiative einzubauen. Zum Beispiel haben wir gerade in der Mache, einen Film von Studenten aus der Geschichte zu zeigen.“

 

CD: Wie wählt ihr die Filme aus, die ihr zeigt?

Florian: „Unterschiedlich! Einerseits nehmen wir schon, was wir selbst gerne sehen. Andererseits zeigen wir auch gerne Klassiker, die in Seminaren oft genannt werden. Wir haben allerdings auch Filme dabei, die aktuell beliebt sind – wie Birdman zum Beispiel. Außerdem gucken wir, dass es zeitlich und thematisch gut passt – so zeigten wir zur Weihnachtszeit Nightmare Before Christmas. Bedingt nehmen wir auch Vorschläge von Studierenden entgegen. Da kommt es darauf an, ob wir an den Film drankommen, ob die Länge passt… Schwierig wird es bei problematischen Filmen. Wir wollten zum Beispiel einmal beschlagnahmte Filme zeigen, einfach, um sie den Leuten zugänglich zu machen – aber da ist die rechtliche Lage einfach sehr schwierig.“

 

CD: Warum lasst ihr nicht die Studierenden über die Filme abstimmen?

Florian: „Das haben wir tatsächlich schon mal angedacht. Allerdings wollen wir vor allem ein festes Programm bieten und ein gewisses Maß an Planungssicherheit haben. Wir möchten den Studierenden Alternativen bieten und auch Filme zeigen, die so vielleicht eher nicht gewählt werden würden. Nächstes Semester wollen wir aber einen Film im Monat zur Abstimmung freigegeben. Außerdem planen wir für den November ein Spielfilm-Fest, bei dem alte und neue Filme gezeigt werden – da sind wir auch offen für Anregungen von den Studierenden.“

 

CD: Zeigt ihr die Filme im Originalton?

Florian: „Teils, teils. Wir lassen vor der Vorführung per Handzeichen darüber abstimmen. Meistens entscheidet es sich dann für O-Ton mit deutschen Untertiteln. Ich persönlich bevorzuge auch den O-Ton, weil sonst einfach immer viel Wortwitz verloren geht.“

 

CD: Wie sieht das Programm für die Semesterferien aus?

Florian: „Da haben wir kein festes Programm, aber wir planen einen Serien-Abend. Dort werden wir die erste Staffel einer Serie zeigen – welche das sein wird, entscheidet eine Abstimmung. Wahrscheinlich bieten wir zur Auswahl Game Of Thrones, The Walking Dead und Breaking Bad. Da sind wir aber offen für Vorschläge.“

 

CD: Serien zu zeigen ist aber keine Alternative für euer sonstiges Programm?

Florian: „Nein, nur als Special. Im Semester ist so ein Serien-Abend schwer durchsetzbar, denn unter der Woche wird sich kaum jemand so viele Stunden ansehen wollen. Und unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Veranstaltungen am Wochenende schwer laufen. Donnerstags ist schon ein guter Termin.“

 

CD: Eine letzte, wichtige Frage zum Schluss – was ist eigentlich Dein Lieblingsfilm?

Florian: M – eine Stadt sucht einen Mörder! Der ist aus dem Jahr 1931, wir haben ihn hier auch schon gezeigt, auch mit Vortrag. Ich bin von der technischen Umsetzung begeistert. Der ist grandios gedreht und obwohl er einer der ersten Tonfilme war, hat er einen klasse Ton. Die Schauspieler spielen sehr ausdrucksstark, man merkt noch den Einfluss des Stummfilms. Außerdem gefällt mir die Story, in der sich zeigt wie sich die Jagd auf einen Mörder in der Gesellschaft niederschlägt. Der historische Bezug ist auch spannend – schließlich ist der Film inspiriert von einem Mordfall in Düsseldorf.“

CD: Vielen Dank für das Gespräch!