St. Patrick’s Day, oder: Komasaufen in Grün

Von Mareike Lummer

 

Der 17. März eines jeden Jahres ist für viele Iren mit einer auffälligen Markierung im Kalender versehen. Und auch bei allen anderen Briten. Und, okay, auch allen Studenten. Oder, um ganz ehrlich zu sein: Jedem Menschen, der Bier trinkt und im Idealfall auch noch Irish Pubs mag. Warum? Der St. Patrick’s Day steht vor der Tür.

Dieser wird auf der ganzen Welt in unterschiedlichster Weise zelebriert: Mancher trinkt, bis zur Besinnungslosigkeit, andere trinken bis zur Besinnungslosigkeit und ahben dabei lustige grüne Hüte auf. Doch was steckt hinter dem Tag, an dem überall die Farbe Grün regiert und gleichzeiotig alle blau sind? Bis heute lassen sich die wenigen Puzzleteile der Geschichte mit keiner Sicherheit belegen:

Alles begann im 5. Jahrhundert, mit dem heiligen Patrick (oder auch nicht). Der gebürtige Waliser war im Jugendalter von den Kelten nach Irland verschleppt worden, wo er als Sklave arbeiten musste. Er konnte nach einiger Zeit fliehen und seine Füße sollen ihn sogar bis nach Frankreich getragen haben, wo er bei einem Bischof in die Lehre ging (das der gute Mann nicht zu wissens chien, wie er zu Fuß von Irland nach Frankreich gekommen sein soll, spricht tatsächlich für ihn als Schutzheiligen des übermäßigen Alkoholgenusses).

Nach einiger Zeit wurde er selbst Bischof. Ihn zog es zurück nach Irland und er versuchte dort, die Menschen vom christlichen Glauben zu überzeugen.Dies tat er sogar angeblich auf Irisch, das er während seiner Gefangenschaft gelernt hatte. Die Überlieferungen besagen, dass er dort als missionarischer Held gefeiert wurde. Laut einigen Erzählungen soll er Irland sogar von allen giftigen Tieren befreit haben (Desinfizierung und so, zwinker, zwinker). Der Todestag des heiligen Patrick ist, Trommelwirbel, der 17. März. Das ganze hat nur einen Haken: Ob die Geschichte wahr ist, kann bis heute nicht belegt werden. Den Iren ist’s egal: Der heilige Patrick ist bis heute irischer Schutzpatron und der Feiertag ist mittlerweile auf der ganzen Welt beliebt.

Besonders in Großbritannien und Nordamerika, Länder mit einer besonders hohen Anzahl irischer Immigranten, wird gefeiert. Und das heißt nicht, die örtlichen Irish Pubs machen Party. Wir reden hier von PARADEN. In New York wird neben der alljährlichen St. Patrick’s Day Parade besonders in Woodlawn gefeiert. Der kleine Distrikt, in der Bronx gelegen, wird auch „Little Ireland“ genannt. Die besonders hohe Dichte an irischen Zuwanderern spiegelt sich auch in den vielen tradionellen Pubs und Kneipen wieder. Die New Yorker behaupten mittlerweile stolz, dass der St. Patrick’s Day dort populärer sei, als in Irland selbst – was auch immer das heißen soll. Vermutlich, dass es mehr Betrunkene auf den Straßen von Big Apple gibt, als in Dublin. New York, New York!

Auch in London findet jedes Jahr ein großer Umzug zu Ehren des heiligen Patrick statt. Der Umzug, der jedes Jahr tausende Besucher und Kampftrinker anlockt, führt direkt durch die Londoner Innenstadt.

In der irischen Hauptstadt Dublin wird der St. Patricks Day zumindest noch ein wenig traditioneller gefeiert. Nach einer morgendlichen Messe, die oft in irischer Sprache abgehalten wird, zieht in den Mittagsstunden ein großer Umzug durch die Stadt.

Und nach dem Umzug wird überraschung: Getrunken. Bis der Arzrt kommt. Der dann mittrinkt. Denn das ist das schöne an diesem Feiertag: Sich die Hucke voll zu ballern ist TATSÄCHLICH Feiertagstradition. Und das schöne an importierten Feiertagen ist: Man kann bestimmte Teile wegklassen, Den mit der Kirche zum Beispiel. Und ja: Die Iren trinken sogar tatsächlich „Guinness“, das immer noch als heimische Marke in Dublin gebraut wird. Das ist kein Touristen-Mist. Und so feiern und trinken auch in diesem Jahr wieder Hunderttausende in aller Welt unter dem Motto: „Everybody’s Irish on St. Paddys Day“ und … achso, ihr wollt nur wissen, wo ihr hinmüsst?

Tja, die Antwort ist ebenso kreativ wie überraschend: Auf die Kö. In die Alttstadt. Denn die färbt sich heute definitiv grün. Also passend anziehen und ins Getümmel stürzen, Live-Musik, Stout, Whiskey (der darf aber gerne schottisch sein). Prost!

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