Die Flunkyball-Campusmeisterschaft 2016 – Kampf den Flaschen!

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Wir schreiben den …. okay, ich habe keine Ahnung welches Datum wir haben. Irgendein Frühsommer vor zehn, elf Jahren, nachts, in einer Auffahrt zum Haus eines Freundes. Was ich weiß ist: Ich bin betrunken. So richtig. Hackebreit. Knalledicht. Voll wie ‘n Eimer. Womöglich leicht unsicher stehe ich da, auf der einen Seite, ganz allein, gegenüber die noch  verbliebenen zwei Mädels aus dem gegnerischen Team. Vor uns offene Bierflaschen, zwischen uns eine leere Colaflasche. In meiner Hand ein Ball. High Noon. Flunkyball.

Im Volksmund auch gern „Das Spiel der betrunkenen Könige“ genannt (okay, niemand nennt es so, das habe ich mir ausgedacht) ist das Prinzip dieses edlen Wettstreits folgendes: Man nimmt zwei Teams mit fünf bis sieben Spielern (zwei sind Auswechslung), Betrunkenheitsgrad ist Partyabhängig. Alle kriegen eine offene, volle Flasche Bier in die Hand. Mann erträgt, dass einige nicht aufgepasst, sondern schon getrunken haben und gibt ihnen eine neue,  volle Falsche Bier in die Hand. Dann … ja, du hast wieder getrunken ahaha, wie witzig. So, diesmal bleiben die Flaschen erstmal zu. Beide Teams stellen sich jetzt in Reihe auf, so summa summarum  zehn Meter voneinander entfernt und hinter zwei markierten Grundlinien (Kreide, Klebeband, was euch sonst so einfällt). Vor jedes Teammitglied wird eine volle, unberührte Flasche Bier gestellt. In das Niemandsland zwischen den Teams wird nun eine Colaflasche platziert, am besten zu etwa einem Viertel mit Wasser gefüllt. Spielgerät ist ein Mini-Hand- oder Fußball. Münzwurf oder Willkür entscheiden, welches Team beginnen darf. Und dann geht es los: Beide Teams werfen abwechselnd, wobei der Reihe nach jedes Teammitglied drankommen muss. Wird die Flasche getroffen und fällt um, bedeutet das zwei Dinge: Das eine Team muss rennen, die Flasche wieder aufstellen, den Ball holen und zurück hinter die Grundlinie. Und die andere Gruppe darf so lange trinken, bis die Gegner genau das geschafft haben. Die Gruppe, in welcher zuerst alle Teammitglieder ihr Bier geleert haben, gewinnt.

In meiner Flasche ist zu diesem Zeitpunkt kaum noch ein Fingerbreit Bier, aber nach Abstimmung wurde auf „nicht leer“ entschieden. Ich muss ein letztes Mal diese verdammte Flasche treffen. Nur noch ein letzter, winziger Schluck trennt mich vom Sieg

Aber ich treffe nicht. Ich bin nicht mal nah dran. Wieder und wieder beweise ich, mit wie beeindruckend wenig Talent zum Werfen eines Balls jemand zwei Jahre in einem Handballverein (1 Tor) zugebracht haben kann. Meine Gegnerinnen und ich auch bepissen sich fast vor Lachen, angesichts meiner erbärmlichen Versuche. Was der Grund ist, warum ich letztlich doch gewinne. Die beiden nämlich werfen zwar auch nicht viel besser als ich, treffen die Flasche aber doch vor mir. Es folgt eine akrobatische Meisterleistung, die den Butler in „Dinner for one“ und sein Tigerfell vor Neid hätten erblassen lassen. Beim Versuch die Flache aufzuheben, trete ich diese erst einmal weg. Brauche dann mehrere Versuche sie wieder hinzustellen. Und trete sie dann direkt wieder um. Die Gegenseite gibt inzwischen Geräusche von sich, als hätte sie ernsthafte Erstickungsanfälle. Tränen laufen über Wangen. Die Flasche steht. Ich hole den Ball. Ich renne zurück hinter die Grundlinie, stolz wie Bolle – und frage mich, wieso meine Teamkollegen brüllen und wild gestikulieren. Ich drehe mich um und stelle fest: Das worüber ich auf dem Rückweg gestolpert bin, war die Colaflasche. Ich muss nochmal los. Meine Gegner hätten ihre zu vielleicht noch einem Drittel gefüllten Flaschen inzwischen sicher dreimal austrinken können, vor lauter Heiterkeit aber haben sie kaum einen Schluck genommen. Und so schaffe ich es nur wenige Versuche später endlich, endlich einen Wurf ins Ziel zu bekommen und schlürfe das letzte Rinnsal Hopfenkaltschale durch den Flaschenhals. Ich reiße die Arme hoch. Jubelschreie brechen sich Bahn. Hände klopfen mir auf den Rücken. Und während in meinem Schädel die Umgebung auf Zeitlupe schaltet und „We are the champions“ gespielt wird, schaffe ich es gerade so, die leere Flasche nicht mit einem Triumphschrei auf dem Boden zu zerschmettern. Die Nachbarn waren schon so angepisst genug.

Und nun, wieso erzähle ich euch das? Weil diese Erinnerung einer verlorenen Jugend am nächsten Wochenende wieder lebendig werden kann. Am Samstag, dem 11. Juni lädt das Hochschulradio Düsseldorf zur großen Flunkyball-Campusmeisterschaft! Ab 14 Uhr messen sich die Mutigsten der Mutigen vor dem SP-Saal , in Trinkfestigkeit und -schnelligkeit, Athletik, Koordination und Präzision – gab es je einen kompletteren, je einen anspruchsviolleren Sport? Was an Alkohol übrig bleibt, wird bei der großen Siegerparty dann im SP-Saal ausgetrunken.

Wer mitspielen will, der braucht eine Gruppe mit sechs bis sieben Leuten, füllt das Onlineformular aus und schickt es an pr@hochschulradio.de. Bis morgen, Mittwoch den 7. Juni, könnt ihr euch noch regsitrieren lassen. Bei weiteren Fragen könnt ihr euch ebenfalls an pr@hochschulradio.de richten. Prost!

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