Aus dem Leben einer Pendlerin – Teil III

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Im Pendler-Dschungel lauern allerlei gruselige Gestalten

Es gibt Tage, da gibt man alles und scheitert dennoch auf dem Weg zur Uni. Zeit, die man sich natürlich hätte schenken können. Einige von euch, die kein Auto zur Verfügung haben oder keines haben wollen, kennen dieses Problem sicherlich. Besonders schlimm war es letztes Jahr, als in Mühlheim das Stellwerk brannte und natürlich extra noch gestreikt werden musste. Ich kann nachvollziehen, weshalb gestreikt wurde, das ist es natürlich nicht. Allerdings ist man plötzlich derart eingeschränkt, dass einem vor allem Abends anders werden kann, steht man irgendwo in der Pampa und weiß nicht, wie man noch nach Hause kommen soll, da es auf dem abenteuerlichen Weg so spät wurde, dass nichts mehr fährt.

Dieser abenteuerliche Weg bezieht sich darauf, jede Stadt mit der U-Bahn zu passieren, also von Düsseldorf nach Duisburg, nach Mühlheim, nach Essen und so weiter. Auf die leise Hoffnung es möge doch noch irgendeine S-Bahn nicht streiken, beschädigt sein oder einfach ausfallen. Vielen lieben Dank an dieser Stelle natürlich an die Deutsche Bahn, die Rheinbahn et cetera.

Die ersten beiden Teile verpasst? Macht gar nichts! Im Archiv erfahrt ihr, wie der biherige Kampf mit dem Großstadtdschungel lief

Während ich schreibe muss ich mich fragen, ob ich damit zu hart ins Gericht gehe und möchte auch anmerken, dass in den seltensten Fällen das Zugpersonal für irgendetwas die Verantwortung trägt. Meistens jedenfalls. Damit meine ich vor allem Fahrkartenkontrolleure. Ich erinnere mich an eine U-Bahnfahrt, während der plötzlich fünf Männer (alle irgendwas zwischen Bodybuilder und Obdachloser) in die Bahn stiegen, die bis auf mich und weiter vorn einem jungen Herrn nicht besetzt war. Drei von ihnen kamen mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf mich zu. Während ich im Kopf schon mal durchging, was ich beim wöchentlichen Kampfsporttraining über die Jahre gelernt habe, bemerkte ich kurz bevor die Situation eskalieren konnte, den Fahrkarten-Scanner am Hosenbund. Währenddessen die Hand des Zivilkontrolleurs wie wild vor meinem Gesicht rumfuchtelte und sich seine beiden Kollegen noch neben mir aufbauten. In diesem Moment fragte ich mich, ob Verkehrsunternehmen überhaupt noch irgendwie nachprüfen, wen sie eigentlich einstellen. Das muss man der deutschen Bahn dann immerhin lassen, deren Kontrolleure mir gegenüber noch nie aggressiv aufgetreten sind.

Schlagen wir einen Bogen zurück und kommen von plötzlich ausfallenden, verspäteten, bestreikten, abgebrannten Zügen oder S-Bahnen oder Stellwerken usw. usf. zu den Mitpendlern oder Menschen, die aus welchen Gründen auch immer mit dem Zug unterwegs sind.

An dieser Stelle wollte ich eigentlich eine Top Ten Liste einführen von Dingen, die mich wirklich nerven, allerdings beschränke ich mich jetzt wirklich nur auf ein paar ausgewählte und lasse die Liste eine Liste sein.

Ärgernisse großräumig umfahren? Versuchts mal mit dem aktuellen Rheinbahnfahrplan!

Ganz vorn dabei sind die Lauttelefonierer, die ich vom anderen Ende des Zuges aus hören kann und mich die Tage verfluchen lassen, an denen ich meine Kopfhörer vergessen habe…. Passend dazu möchte ich auch gleich diejenigen nennen, die sich in der gleichen Lautstärke von Angesicht zu Angesicht unterhalten und apropos Kopfhörer: Es ist möglich, von diese Accessoires Modelle zu erwerben, die sicherstellen das man nicht die ganze Bahn mit den aktuellen Charts beschallt und das in einer Tonqualität, die einem Gänsehautschauer über den Rücken jagt. Verbunden mit dem Hinweis, nicht jeder findet es toll, was ihr toll findet.

Auch Handyvideos schaut man sich nicht mit voller Lautstärke an und fragt irritiert, worin das Problem bestünde, wenn man nachfragt, ob man dies nicht zumindest etwas leiser machen könnte.

Kommen wir damit zu… fragwürdiger Körperhygiene. Durch eine tolle Sache, der Wissenschaft, wissen wir, dass bestimmte Körpergerüche auf mangelnde Körperhygiene zurückzuführen sind. Zum Beispiel Schweiß. Bakterien benötigen einige Zeit, bis sie den uns bekannten Geruch entwickeln, also mehrere Stunden um genau zu sein. Das lässt mich fragen am frühen Morgen… muss das sein? Und dann auf die Idee zu kommen, mit einer ganzen Flasche Deo das Ganze zu überdecken? Natürlich während man im Zug sitzt. Auch da gilt, nicht jeder findet toll, was ihr toll findet. Und ganz nebenbei bemerkt, der übermäßige Einsatz von Deo führt auch nicht zum gewünschten Effekt, den Körpergeruch, wenn einmal vorhanden und vor allem an der Kleidung haftend, zu überdecken.

Ähnlich verhält es sich mit nach altem Frittenfett riechendem Essen, bestimmter Fast-Food-Konzerne.

Nicht ähnlich aber um noch einiges intensiver offenbart sich mir Jahr für Jahr die Karnevalsaison. Erbrochenes am frühen Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, oder mir zumindest die Lust öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Das Gleiche gilt natürlich auch an ganz normalen Wochenenden, an denen man ja tatsächlich auch ab und an mal zur Uni muss.

Da dann die Ausdünstungen anderer vor sich zu haben ist zum Teil wirklich einfach ekelhaft.

Ansonsten unterscheidet sich auch in der Regio oder der S-Bahn das Verhalten der Fahrgäste nicht großartig von dem der im letzten Artikel beschriebenen Individuen.

Man mag mir zum Schluss natürlich vorhalten können, ich solle einfach nicht mehr vor die Tür gehen. Allerdings möchte ich darauf antworten, dass alles, was ich will ist, dass man auf seine Mitmenschen Rücksicht nehmen darf und kann. Wenn keiner anfängt sein Verhalten zu überdenken oder ausschweifendes Egoistisches Verhalten ablegt, kann leider nichts besser werden. Dabei sei angemerkt, nicht jeder möchte euch direkt etwas Böses und gerade unter Studenten sollte ein herzliches (oder zumindest zivilisiertes) Klima an einer höheren Bildungsstätte vorherrschen. Höflichkeit schadet Niemandem.

Bis dahin euch allen angenehmere Tage auf dem Weg zur Uni, als die Meinen. Und nicht vergessen, die Leute müssen erst aussteigen, bevor andere Einsteigen können. 😉

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