Zwischen Chantalismus, der Ambivalenz des menschlichen Wesens und Böhmermann-Affäre – der Heine-Slam 2016

von Julia Forjan.

 

Der Heine-Science-Slam feierte im letzten Wintersemester sein erfolgreiches Debut. Eine humorvolle Stand-Up Performance wissenschaftlichen Charakters, die optisch durch Präsentationen und weitere Hilfsmittel untermalt wird. Nicht zu verwechseln mit Poetry-Slam, bei dem Gedichte vorgetragen werden. Es treten die besten fünf Slammer-/innen aus unseren fünf Fakultäten an, die in den fakultätsinternen Vorentscheiden überzeugen konnten. Um am Ende einen Gewinner küren zu können, erhält das Publikum bunte Leuchtstäbchen, mit denen sie am Ende für ihren Favoriten Lärm machen können. Der Slammer, der den größten Applaus auf sich vereinen kann, erhält einen Preis, Anerkennung und Ruhm.

Am vergangenen Mittwoch fand der diesjährige Heine-Slam statt.

Bereits vor dem Hörsaal 3A wurde deutlich: heute wird’s voll. Eine Bemerkung am Rande, HS 3A ist der größte Hörsaal, den wir an der Uni haben. Der vorherige Science-Slam fand noch in einem kleineren Hörsaal statt, der aber aus allen Nähten zu platzen drohte. Deswegen verlegte man ihn in einen größeren Hörsaal. Diesmal gab es sogar eine Live-Übertragung direkt vor dem Hörsaal, die ebenfalls sehr gut besucht war.

Der Slam begann mit Nico Hoffmeister aus den Sozialwissenschaften, der mit „Für immer Chantal – Wenn ein Name zum Schicksal wird“ für die philosophische Fakultät antrat. Er berichtete über die Tücken der Namensgebung und wie Eltern mit der Namensgebung den Lebenslauf ihres Kindes bereits im Vorfeld festlegen können. Es folgte der Pharmazie-Student Darius Rupalla, der mit „Alles für den Arsch! – Eine Einführung in rektale Arzneiformen“ für die Math.-Nat.-Fakultät an den Start ging. Er informierte sehr präzise und äußerst anschaulich über die Möglichkeiten der Einführung von Zäpfchen. Barbara Weißenberger gab eine Einführung in die Welt des Accountings und erklärte aus der Sicht einer Wirtschaftswissenschaftlerin, was Kostenbomben sind und wie man sie am besten entschärfen könnte. Der Mediziner Mark Schlimgen gab dem Publikum durch seine Slam-Performance „Wir müssen nur wollen? Motivation und Stühle in der Psychotherapeutischen Praxis“ einen Einblick in die Psychotherapie. Er bediente sämtliche Klischees eines Psychiaters, der mit den Beinen überschlagend ruhig vor sich hin brummend das Verhalten seines Patienten analysiert. Zu guter Letzt folgte das Zweiergespann bestehend aus Mathias Bähr, der bereits im letzten Jahr antrat, und Nikolaus von Bargen. Schon der Anzug deutete auf eine juristische Herkunft hin. Sie brillierten in einem Slam, angelehnt an die Causa Böhmermann. Das Duo beschäftigte sich mit der Frage, wo die Grenze zwischen Kunst und eigener Meinung liege.  Die entsprechenden Paragraphen analysierten sie dabei humorvoll.

Alle Slammer-/innen konnten hörbar viel positive Resonanz auf sich vereinen und es blieb spannend bis zum Schluss. Der Lärmpegel des Applauses wurde nun gemessen. Die Spannung stieg weiter an. Mit einem lauten „Peng“ und einer Menge goldenem Konfetti wurden schließlich die diesjährigen Sieger gekürt. Mathias Bähr und Nikolaus von Bargen konnten mit ihrer fantastischen Performance überzeugen und sich so den Sieg sichern.

So wanderte der Pokal von der philosophischen in die Hände der juristischen Fakultät. Es bleibt abzuwarten, ob sie ihren Titel im nächsten Jahr verteidigen können. Wir freuen uns schon auf den nächsten Slam. Durch den wundervollen Abend führten Tobias Löffler und Debbie Radke.

 

Heine Slam

Foto: Anne Kerleau

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